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Bipolare Störung: Symptome, Diagnose, Therapien

Bipolare Störung: Symptome, Diagnose, Therapien

Etwa zwei bis drei Prozent der Bevölkerung leiden an einer bipolaren Störung. Zu den Auswirkungen gehören starke Stimmungsschwankungen, die von depressiven Episoden bis hin zu ausgeprägten Manien reichen. Oft wechseln die Stimmungen in rasantem Tempo. Die Mehrheit der Patienten bleibt unerkannt, weil die manischen Phasen nur schwach ausgeprägt sind. Wer nur gelegentlich traurig ist und dann wieder sehr gute Laune hat, kommt selbst nicht auf die Idee, dass er eine psychische Erkrankung haben könnte. Ausserdem werden die Phasen oft von äusseren Ereignissen ausgelöst, die die Stimmungswechsel zu erklären scheinen. Alles zur bipolaren Störung, Symptomen und Therapien erfährst du hier.

Welche Medikamente helfen gegen die bipolare Störung?

Das wichtigste Medikament ausserhalb von Akutphasen ist ein Phasenstabilisator. Früher setzte man das allgemein als Psychopharmakon bekannte Lithium dazu ein. Da Lithium aber erhebliche Nebenwirkungen hat, wurde es von anderen Medikamenten weitestgehend abgelöst. Die richtige Medikation zu finden, ist für alle Beteiligten eine wahre Herausforderung, denn die Dosierung der Medikamente bedarf einer ständigen Überwachung und Anpassung. Eine Phasenprophylaxe kann die Entstehung von manischen oder depressiven Phasen nicht immer verhindern. Entwickelt ein Patient mit bipolarer Störung Symptome einer Manie, muss sie medikamentös bekämpft werden. Die Medikamente dürfen den Patienten aber nicht direkt in die nächste Depression befördern. Für manische Phasen setzt der Psychiater Neuroleptika ein und in depressiven Phasen klassische Antidepressiva.

Woher kommt die Erkrankung?

Im Gegensatz zu vielen anderen psychischen Störungen ist die bipolare Störung eine organische Erkrankung. Die Ursachenforschung geht davon aus, dass es zum einen eine genetische Disposition gibt. Tatsächlich ist es oft so, dass ein Elternteil und andere Familienangehörige eines Patienten mit bipolarer Störung ebenfalls daran leiden. Nach bisherigem Kenntnisstand muss aber noch etwas zur genetischen Veranlagung hinzukommen: Ein in der Kindheit erlittenes Trauma gilt allgemein als wahrscheinlichster Auslöser der bipolaren Störung. An ein traumatisches Erlebnis können sich Erwachsene oft nicht erinnern. Deswegen ist es kein Ausschlusskriterium, wenn ein Patient denkt, er habe gar kein Trauma erlebt.

Welche Symptome zeigen sich bei einer bipolaren Störung?

Beschreibungen der bipolaren Störung lauten oft „himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt“ und das trifft den Kern sehr gut. Auffallend sind weniger die einzelnen Stimmungen, sondern eher deren Wechsel. In depressiven Phasen herrschen andere Symptome vor als während der Manien. Anzeichen sinds

  • Ständig wiederkehrend, starke Stimmungsschwankungen ()
  • Antriebs-, Appetit- und Hoffnungslosigkeit (depressive Phasen)
  • Unruhe, Schlaflosigkeit, Leichtsinn, Hypersexualtität (manische Phasen)
  • Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, soziale Anpassungsprobleme
  • Psychosomatik: Verdauungsprobleme, Asthma, Autoimmunerkrankungen

Warum hilft Psychotherapie allein nicht gegen die bipolare Störung?

Die bipolare Störung ist keine erworbene Veränderung in der Gehirnchemie, die sich rückgängig machen liesse, wie zum Beispiel eine depressive Episode. Eine echte bipolare Störung ist eine dauerhafte Stoffwechselstörung im Gehirn. Die organische Ursache lässt sich nicht behandeln und daher wird die Gehirnchemie von bipolaren Persönlichkeiten ohne Medikamente nie in ein normales Gleichgewicht kommen. Eine Psychotherapie ist nur im Sinne einer Psychoedukation sinnvoll. Dabei lernen Patienten, wie sie ihr Leben am besten gestalten, um die auslösenden Momente für manische oder depressive Phasen zu vermeiden. Eine klassische Psychotherapie ist selten hilfreich – allenfalls, wenn weitere psychische Probleme zur Bipolarität dazukommen.

Warum ist ein Facharzt für Psychiatrie nötig?

Wenn eine bipolare Störung Symptome hervorruft, die eine Behandlung erfordern, ist dazu ein Psychiater nötig. Psychologen und Psychotherapeuten helfen allenfalls begleitend, wenn es um hirnorganische Störungen geht. Neurologen wiederum sind eher für die Physik im Gehirn zuständig, Psychiater für die Chemie. Falls du eine bipolare Störung hast oder vermutest, ist daher ein Psychiater der richtige Ansprechpartner. Mit einer bipolaren Störung und Symptomen benötigst du ohnehin Medikamente, die nur ein Arzt verschreiben darf. Psychotherapeuten können das nicht, es sei denn, sie sind gleichzeitig zugelassene Ärzte.

Wieso bemerken viele Patienten nur die Symptome der Depression?

Der Verlauf einer bipolaren Störung stellt sich häufig so dar, dass die Depression im Vordergrund steht und manische Phasen unbemerkt bleiben. Die Betroffenen selbst oder auch das Umfeld denken, dass sie eben ein bisschen mehr Temperament haben als andere Menschen. Insbesondere wenn es sich nur um sogenannte hypomane Phasen handelt, schöpfen die wenigsten Verdacht. Den Patienten geht es dabei schliesslich ausgesprochen gut. In depressiven Phasen leiden sie aber sehr, sodass sie eher einen Arzt aufsuchen. Nicht selten kommt der dann zu dem – leider falschen – Schluss, dass es sich um eine unipolare Depression handelt, weil von auffallenden Stimmungshochs nie die Rede ist.

Warum bekommen Kinder keine Diagnose?

Obwohl sich bei Kindern mit bioplarer Störung Symptome durchaus schon zeigen können, ist eine Diagnose der Betroffenen aus Sicht vieler Fachärzte für Psychiatrie vor der Vollendung des 25. Lebensjahres unangebracht. Erst dann ist das Gehirn vollständig erwachsen und verändert sich nicht mehr von allein. Deshalb und weil eine bipolare Störung tatsächlich eine gravierende Krankheit ist, haben Ärzte nicht nur fachliche, sondern auch ethische Bedenken, die Diagnose bei Kindern festzustellen. Dennoch nehmen sie selbstverständlich eine Behandlung der Symptome vor, wenn sich das Krankheitsbild bereits äussert.

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