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Die systemische Therapie – ihre Definition und ihre Funktion bei der Familientherapie

Der einzelne Mensch kommt relativ gut mit sich selbst zurecht. Innerhalb einer Gruppe, Gemeinschaft oder Familie wird das schon schwieriger. Es gilt, sich an Bedingungen anzupassen und Kompromisse einzugehen. Oft führt das zu Schwierigkeiten und Missverständnissen untereinander. Alternativ wird das Selbst zurückgestellt und fordert dann irgendwann sein Recht ein. Diese Umstände können psychische Störungen und Symptome verursachen, bei denen die Einzeltherapie nicht ausreicht, sondern auch das soziale Umfeld berücksichtigt werden muss. Die systemische Therapie ist dafür eine ideale Lösung.

Was ist ein systemischer Ansatz?

Der systemische Ansatz ist die Basis aller damit verbundenen systemischen Anwendungen in Therapie, Coaching, Beratung oder Führung. Dabei ist die therapeutische Herangehensweise in folgender Art bestimmt: Systemisch betrachtet steht kein Mensch für sich alleine, sondern ist mit anderen und seiner Umwelt verbunden. Dabei unterdrückt er eigene Wünsche oftmals, um sich an diese anzupassen. Das führt zu Störungen oder zu leidhaften Erfahrungen. Ebenso sind viele Menschen kompromissbereit, damit das Miteinander funktioniert. Doch gerade dies schafft Konflikte, die durch eine Beratung bewältigt werden können. Hat sich innerhalb einer Familie die Situation festgefahren, helfen oft Impulse von aussen, neue Denkrichtungen anzuregen und das liebevolle Miteinander zu fördern. Eine direkte Beeinflussung durch Ratschläge oder Lösungen wird nicht angestrebt.

Was sind systemische Methoden?

Die systemische Methode ist eine aus dem Ansatz entstandene Ausrichtung für ein gemeinsames Arbeiten. So ist das Coaching oder die Behandlung mehrerer Menschen gleichzeitig möglich. Der Blick ist auf den sozialen Zusammenhang, nicht auf den Einzelnen gerichtet. Die Beziehung zwischen den Beteiligten innerhalb von Therapie und Beratung erfolgt gleichberechtigt und kooperativ. Entscheidend sind der offene Dialog und das respektvolle Verhalten bei der Auseinandersetzung. In der Familientherapie bedeutet das:

  • die Berücksichtigung der Eigendynamik und Autonomie
  • das Stellen von konstruktiven und zirkulären Fragen
  • den selbstreflektierenden Dialog
  • das Reframing bestimmter Sachverhalte, um Veränderungen anzuregen
  • den Blick auf zielgerichtete Orientierungshilfen
  • das Miteinbeziehen anderer Ansätze in die Therapie
  • das Nutzen von Metaphern und Geschichten

Was ist die systemische Therapie?

Bei dieser Therapieform handelt es sich um ein Verfahren innerhalb der Psychotherapie, das den Schwerpunkt auf den sozialen Kontext legt, aus dem psychische Probleme und Störungen resultieren. Oft ist das besonders bei Familien zu beobachten, sodass Umfeld und Interaktion starken Einfluss auf jedes einzelne Familienmitglied und besonders auf die Kinder ausüben. Eine Familientherapie wird so angesetzt, dass psychische Störungen überwunden werden, wenn sich auch das Verhalten der Familie zueinander verändert. In die systemische Therapie werden auch andere Personen mit einbezogen, die für die Behandlung notwendig sind, um eine Besserung zu bewirken. Theorien innerhalb der systemischen Therapie betreffen die Selbstorganisation, den Prozess der Selbsterschaffung und Selbsterhaltung und den narrativen Ansatz nach Michel Foucault, bei dem individuelle und gesellschaftliche Phänomene miteinander verbunden sind.

Wie verläuft eine systemische Beratung?

Die systemische Beratung hat das Ziel, indirekt auf die involvierten Personen einzuwirken. Es gilt also nicht, konkrete Lösungen anzubieten, sondern die Familienmitglieder sollen in Zusammenarbeit, Austausch und Selbstreflexion zu einer eigenen Lösung finden. Die systemische Beratung ist auch Teil der Gruppentherapie und fördert die Selbstorganisation. Die Beratung ist prozessorientiert, gerade auch in Hinblick auf das systemische Coaching oder die systemische Therapie.

Welche Symptome können bei einer systemischen Therapie behandelt werden?

Der Mensch ist immer Teil eines Systems, daher hängen seine Probleme auch unmittelbar mit dem sozialen Umfeld zusammen. Alle Verhaltensweisen und auch Veränderungen innerhalb der Familie oder des Systems haben Auswirkungen auf den Einzelnen. Das umfasst beispielsweise auch gestörte Kommunikationsmuster, die auf die Psyche wirken. Der Therapeut versucht dann, die Störung zu analysieren und sie in ihrer Folge für die Gemeinschaft aufzuzeigen. Die damit verbundenen Symptome könne durch die Aufdeckung der Ursache gemindert werden.

Die systemische Therapie hat bei bestimmten Symptomen und Störungen gute Ergebnisse erzielt. Diese können im Umfeld der gesamten Familie oder Gruppe durch Selbstreflektion und Anregung bewältigt werden. Das betrifft:

  • Essstörungen
  • affektive Störungen
  • psychosomatische Krankheiten
  • Trauma- und Missbrauchbewältigung
  • Wahn und Schizophrenie
  • Verhaltensstörungen
  • Suchtkrankheiten
  • Depression

Was ist das systemische Coaching?

Das systemische Coaching umfasst allgemein gehaltene Beratungsgespräche, bei denen es um die Beantwortung alltäglicher Fragen geht. Diese betreffen:

  • die persönliche Lebensführung
  • die berufliche Aktivität
  • die private Verhaltensweise
  • angestrebte Ziele
  • Umsetzungsideen

Hier geht es um die Beschäftigung mit der Dynamik in Teams und Organisationen, am Arbeitsplatz und in der Schule. Das Modell, das auf systemische Ansätze aufbaut, soll helfen, die Teamfähigkeit des Einzelnen zu steigern und auch Führungskräften eine Anleitung zu sein, sich mit den Mitarbeitern auf sinnvoller Kommunikationsebene auseinanderzusetzen.

Was bedeuten der systemische Konzepte bei der Familientherapie?

Die systemische Therapie ist ein Modell innerhalb der Psychologie, das vor allen Dingen auf die Familientherapie ausgerichtet ist, bei der diese als soziales System im Zentrum steht. Sie dient aber auch für andere Einsatzgebiete und untersucht als Systemtheorie die Beziehungen der Menschen zueinander. Wichtig bei der Familientherapie ist es, nicht die gesamte Familie als krank zu betrachten, sondern diese um die kranke Person herum wahrzunehmen und so als Ganzes in die Pathologie mit einzubeziehen. Im Vordergrund steht, dass die auftretende Störung nicht nur die Person selbst betrifft, sondern das gesamte soziale Umfeld. Die Familientherapie kann sich dabei gezielt auf den Zusammenhalt und die familiären Problematiken richten.