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Generalisierte Angststörung – wenn Ängste das Leben bestimmen

Jeder Mensch kennt Ängste, und das ist auch gut so: Sie helfen uns, gefährliche Situationen zu erkennen und zu vermeiden. Bei einer generalisierten Angststörung ist dieser sinnvolle Schutzmechanismus jedoch aus dem Ruder gelaufen. Wer unter dieser Angsterkrankung leidet, fühlt sich von ständig wiederkehrenden Ängsten und Sorgen überfordert. Sie überschatten das Leben und sind kaum kontrollierbar. Wenn auch du den Verdacht hast, dass du unter einer generalisierten Angststörung leidest, solltest du dir Hilfe suchen. Es gibt eine ganze Reihe gut erforschter und wirksamer Behandlungsmethoden.

Was ist eine generalisierte Angststörung?

Die generalisierte Angststörung (GAS) gehört zu den Angsterkrankungen und ist weit verbreitet. Die Betroffenen haben nicht nur vor einer bestimmten Sache Angst, sondern vor vielen verschiedenen Dingen. Sie machen sich über sehr viele Dinge Sorgen, auch wenn es sich eigentlich um Kleinigkeiten handelt. Bei manchen Patienten kommt es zu richtigen Panikattacken. Die Angstzustände beeinträchtigen den Alltag stark und halten die Betroffenen von einem glücklichen und zufriedenen Leben ab.

Gehören Phobien zu einer generalisierten Angststörung?

Bei einer Phobie hat man Angst vor einer ganz bestimmten Sache. Weit verbreitet sind zum Beispiel Phobien vor Spinnen, Schlangen, Höhe, Menschenmengen (Agoraphobie) oder dem Fliegen. Anders als bei der generalisierten Angststörung ist die Angst hier sehr begrenzt und auf bestimmte Situationen bezogen. Wenn Phobien sehr stark sind, gelten sie als eigene Angststörungen. Allerdings haben viele Personen mit einer generalisierten Angststörung zusätzlich auch Phobien.

Welche Symptome gibt es bei einer generalisierten Angststörung?

Bei einer generalisierten Angststörung fühlen sich die Patienten fast dauerhaft beunruhigt, ängstlich und besorgt. Typische körperliche und psychische Symptome sind:

  • andauernde Ängste, Sorgen und Befürchtungen über unterschiedliche Dinge, ohne dass eine bestimmte Situation vorliegen muss
  • das Vermeiden von Situationen des normalen Lebens aus Angst
  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsprobleme
  • depressive Symptome
  • Nervosität
  • Herzklopfen oder Herzrasen
  • Muskelverspannungen
  • Magenschmerzen, Verdauungsprobleme
  • Zittern, Schwindelgefühle oder übermässiges Schwitzen

Auf Dauer können auch Suizidgedanken hinzukommen. Deshalb ist eine rechtzeitige Behandlung wichtig. Übrigens: Treten Ängste und Panikattacken sehr plötzlich auf, handelt es sich wahrscheinlich nicht um eine generalisierte Angststörung, sondern um eine Panikstörung. Aber auch diese kann und sollte behandelt werden.

Woher kommen die Ängste bei einer generalisierten Angststörung?

Die genauen Ursachen für generalisierte Angststörungen sind noch nicht vollständig geklärt. Eine Neigung zu Ängsten scheint in manchen Familien gehäuft vorzukommen. Das kann auf genetische Ursachen oder auf Aspekte der Erziehung hindeuten. Manchmal liegt der Angststörung ein Trauma zugrunde, manchmal führt dauerhafter Stress und Überlastung zu einer generalisierten Angststörung. Auch unverarbeitete Verluste oder Lebenskrisen können sich zu einer generalisierten Angststörung entwickeln. Manchmal liegen der Angststörung ausserdem andere Krankheiten zugrunde, zum Beispiel eine Depression oder eine Suchterkrankung. Nicht immer findet man die Ursachen heraus, manchmal entsteht eine generalisierte Angststörung ohne erkennbaren Grund.

Was ist der Teufelskreis der Angst?

Angst kann sich sehr belastend, manchmal sogar lebensbedrohlich anfühlen. Deshalb kommt bei vielen Menschen Angst vor der Angst auf. Dadurch kann ein Teufelskreis in Gang kommen, der nur schwer zu unterbrechen ist. Ein Beispiel: Ein Patient hat Angst davor, eine schwere Erkrankung zu haben. Er beobachtet dadurch vermehrt den Körper und meint, Symptome zu erkennen. Dadurch verstärkt sich die Angst und noch mehr körperliche Symptome wie Schwitzen, Herzrasen oder Verspannungsschmerzen entstehen. Das nährt wiederum die Angst vor Erkrankungen und so weiter. Auf diese Weise bleibt der Körper ständig in Alarmbereitschaft und die Ängste werden immer belastender. In der Therapie lernen Patienten, den Teufelskreis der Angst aktiv zu durchbrechen.

Was hilft bei Angst und Panikattacken?

Manchen Menschen helfen diese Tipps gegen übermässige Ängste und Sorgen:

  • Ablenkung: Wenn die Angst aufkommt, tue bewusst etwas anderes, das deine Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt!
  • Sport: Mit Bewegung und körperlicher Anstrengung kannst du Stresshormone abbauen und damit auch Ängste verbessern.
  • Entspannungsübungen: Meditation, Progressive Muskelentspannung oder eine andere Entspannungstechnik kann helfen, Ängste zu reduzieren.
  • Atemtechniken: Atem und Emotionen hängen sehr eng zusammen: Wenn wir ängstlich sind, wird der Atem schneller und flacher. Mit gezielten Atemübungen kannst du lernen, deinen Atem zu verlangsamen und damit auch die Ängste besser in den Griff zu bekommen.
  • Psychotherapie: Wenn die Ängste und Sorgen überhand nehmen und das Leben negativ beeinflussen, solltest du professionelle Hilfe in Anspruch nehmen!

Welche Behandlung bekommen Patienten mit einer generalisierten Angststörung?

Es gibt verschiedene Methoden, um generalisierte Angststörungen in den Griff zu bekommen. Manchmal werden Medikamente notwendig, zum Beispiel Antidepressiva. Auch beruhigende Medikamente aus Pflanzenbasis, wie etwa Baldrian, können schon viel bewirken. Sehr gut bewährt hat sich ausserdem die Verhaltenstherapie. In der Behandlung lernst du, nach und nach deine Ängste zu konfrontieren und sie so zu lindern. Wichtig ist eine gute Diagnose, um andere körperliche oder psychische Erkrankungen auszuschliessen. Schnelle Erfolge sind bei einer generalisierten Angststörung zwar nicht zu erwarten, aber mit ein wenig Geduld bekommst du die Probleme gut in den Griff.

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