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Psychopathie: Eigenschaften und Verhaltensweisen von Psychopathen erkennen

Psychopathie: Eigenschaften und Verhaltensweisen von Psychopathen erkennen

Film und Fernsehen drücken den Bösewichten gern den Stempel des Psychopathen auf. Oft ist er der nette, unscheinbare Nachbar. Doch wie sieht es in der Realität aus? Was macht eine Psychopathie so gefährlich? Welche Verhaltensweisen kennzeichnet sie und wie gehst du am besten damit um? Das und vieles mehr erfährst du in diesem Beitrag.

Was bedeutet Psychopathie in der Psychologie?

In der Psychologie gilt die Psychopathie als eine der gefährlichsten psychischen Erkrankungen. Der Begriff setzt sich aus den Wörtern „Psyche“ und „Pathie“ zusammen. Ersteres bedeutet „Seele“ und Letzteres lässt sich mit „Leiden“ übersetzen. Erstmals beschrieben wurde diese Erkrankung 1941 von dem US-amerikanischen Psychiater Hervey M. Cleckley. Der kanadische Kriminalpsychologe Robert D. Hare entwickelte die Theorie weiter und verfasste die sogenannte „Psychopathy Checklist“, die bis heute in der Psychologie und Kriminologie als Diagnoseverfahren eingesetzt wird. Doch nicht jeder Psychopath ist automatisch ein Krimineller. Sogenannte hoch funktionelle Psychopathen können sich hervorragend in die Gesellschaft integrieren. Sie belegen oft Führungspositionen und sind äusserst erfolgreich im Berufsleben.

Wie unterscheidet sich die Psychopathie von der dissozialen Persönlichkeitsstörung?

Häufig wird die Psychopathie als eine Variante der dissozialen Persönlichkeitsstörung beschrieben. Dies stimmt jedoch nur zum Teil. Die Abgrenzung ist in der Forschung nicht ganz eindeutig. Psychopathen weisen ebenso wie Menschen mit einer dissozialen Persönlichkeitsstörung Charakterzüge auf, die von den gesellschaftlichen Normen abweichen. Ein Psychopath ist jedoch in Bezug auf Emotionen und Mitgefühl deutlich eingeschränkter. Somit kann diese Erkrankung – wenn überhaupt – als eine extreme Form der antisozialen Persönlichkeitsstörung bezeichnet werden. Psychopathen zeigen häufig auch Anzeichen anderer Störungen wie Narzissmus oder Borderline.

Welche klassischen Verhaltensweisen zeigen Psychopathen?

Psychopathen können sich sehr gut verstellen und verhalten sich in der Regel äusserst unauffällig. Das macht es so schwer, sie zu erkennen. Die Psychopathie-Checkliste nennt insgesamt 20 Eigenschaften und Symptome, die Psychopathen verraten:

  • redegewandt, verfügen über einen oberflächlichen Charme, oft sehr charismatische Persönlichkeiten
  • überschätzen die eigenen Kompetenzen, überhöhtes Selbstbild
  • notorische Lügner und manipulativ
  • nutzen gern andere Menschen zu ihrem Vorteil aus
  • gewissenlos, empfinden keine Reue und übernehmen keine Verantwortung für ihr Handeln
  • unfähig zu Empathie oder tieferen Gefühlen
  • Promiskuität, enthemmte Sexualität und kurzlebige Beziehungen
  • mangelnde Selbstbeherrschung, sehr impulsiv
  • langweilen sich schnell und empfinden keine Angst
  • Verhaltensauffälligkeiten in der Kindheit, häufig Jugendkriminalität
  • können Regeln und Gesetze nur schwer einhalten
  • erhöhtes Kriminalitäts- und Gewaltpotential

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es für psychopatische Personen?

Eine Psychopathie kann nicht geheilt werden. Therapien haben in der Regel wenig Chancen auf Erfolg, da Psychopathen selten Interesse daran haben, etwas an ihrem Zustand zu verändern. Ausserdem verhindert ihre Neigung zur Manipulation und Dominanz, eine vertrauensvolle Beziehung zum Therapeuten aufzubauen. Dennoch wird versucht, Psychopathen, die kriminell auffällig wurden, während ihres Strafvollzugs zu therapieren. Dort sollen sie lernen, wie sie ihre inneren Triebe kontrollieren können. Die Rückfallquote ist jedoch sehr hoch, weshalb Straftäter mit diagnostizierter Psychopathie häufig in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen werden oder lebenslänglich in Haft bleiben. Forscher konnten bisher keine eindeutigen Beweise liefern, ob medikamentöse Behandlungen wirksam sind.

Welche Ursachen für Psychopathie gibt es?

Forscher haben verschiedene Gründe ermittelt, warum Menschen zu Psychopathen werden können. Nicht selten handelt es sich um ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren wie zum Beispiel:

  • Psychopathie kann vererbt werden.
  • Bestimmte Hirnareale wie die Amygdala, der Hippocampus sowie der präfrontale und der orbifrontale Kortex sind entweder in ihren Strukturen geschädigt oder funktionieren nicht richtig. Das kann angeboren oder durch einen Unfall oder eine Krankheit verursacht sein.
  • Die Biochemie ist bei Psychopathen ebenfalls oft gestört. Häufig können ein erhöhter Dopamin-Spiegel und eine niedrige Serotonin- und Cortisol-Konzentration nachgewiesen werden. Vermutlich ist das ein Grund für die Aggressivität, ihre Gefühlskälte und die fehlende Empathie.
  • Bestehen physiologische und anatomische Voraussetzungen, kann die Psychopathie durch das soziale Umfeld in der Kindheit verstärkt werden. Unbeständigkeit und Vernachlässigung, ein instabiles Umfeld, Missbrauch und Gewalt können die Persönlichkeitsstörung verstärken.

Wie gestaltet sich die Beziehung mit einem Psychopathen?

In einer Beziehung zeigen sich Psychopathen anfangs von ihrer besten Seite, wodurch viele erst spät diese Störung bei ihrem Partner erkennen. Häufig haben Psychopathen Hintergedanken, wenn sie eine Beziehung eingehen, denn echte, tiefe Gefühle interessieren sie nicht. Sobald sie ihr Ziel erreicht haben, schwenkt das Verhalten ins Gegenteil um. Sie werden dem Partner gegenüber häufig gewalttätig und üben Dominanz aus oder verlieren im besten Fall einfach nur das Interesse an der Beziehung.

Wie kann ich mich vor einem Psychopathen schützen?

Psychopathen können keine Gefühle empfinden, doch sie fühlen sich von Macht angezogen und üben gerne Dominanz gegenüber anderen Personen aus. Daher ist es wichtig, einem Psychopathen gegenüber keine Angst zu zeigen, ohne ihn dabei zu provozieren. Sei Personen in deinem Umfeld gegenüber misstrauisch, die übermässig selbstbewusst sind oder nur oberflächliches Interesse an anderen Leuten und ihren Problemen zeigen. Ein weiteres Warnsignal ist es ausserdem, wenn dein Gegenüber versucht, dich zu kontrollieren oder mit unrealistischen Versprechungen und übertriebenen Schmeicheleien zu locken. Es ist wichtig, eine deutliche Grenze zu ziehen, um dich vor dem ungesunden Einfluss und den Manipulationsversuchen eines Psychopathen zu schützen.

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