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Psychosomatische Störungen: Beschwerden von Körper und Seele

Stress macht krank, Ängste schlagen auf den Magen, Aufregung ist nicht gut für ein krankes Herz: Die Verbindung zwischen Körper, Geist und Seele zeigt sich in vielen alltäglichen Weisheiten. Stimmt das Gleichgewicht unserer Work-Life-Balance nicht, zeigt sich das nicht selten mit psychosomatischen Beschwerden und Erkrankungen. Was genau die Medizin unter diesem Begriff versteht, wie die Erkrankungen von Körper und Seele behandelt werden und welcher Arzt dir zu einer Diagnose verhilft, erfährst du in unserem Artikel.

Was sind psychosomatische Erkrankungen?

Unsere Gesundheit hängt nicht nur von einem gesunden Körper ab. Die Psychosomatik, ein Fachgebiet der Medizin, versteht Körper, Seele und Geist als eine Einheit, die aufeinander Einfluss nehmen. Gerät dieses Gefüge ins Ungleichgewicht, etwa bei starkem Stress oder hoher körperlicher Belastung über lange Zeit, können Beschwerden auftreten. So zeigt sich seelische Anspannung in körperlichen Symptomen. Umkehrt können auch organische Krankheiten Symptome auslösen, die auf den ersten Blick seelischer Natur zu sein scheinen. Eine psychosomatische Störung löst körperliche Symptome aus, obwohl die Medizin dafür keine organische Ursache findet. Die Psychosomatik kennt eine lange Liste von Erkrankungen. Manche haben psychische Ursachen, andere treten gern als Begleiterscheinung von anderen Krankheiten auf. Verbreitete psychosomatische Krankheiten sind beispielsweise:

  • Essstörungen
  • Schlafstörungen
  • Tinnitus
  • Reizdarm
  • viele Schmerzerkrankungen
  • Burnout

Wie entstehen psychosomatische Erkrankungen?

Die Psychosomatik sieht die Ursache der Beschwerden in einem gestörten Gleichgewicht im Verhältnis von Körper und Psyche. Etwa fünf bis zehn Prozent der Menschen erleben eine solche Erkrankung – ihr Auftreten scheint eine gewisse Veranlagung vorauszusetzen. Bevor erste körperliche Symptome auftreten, hast du vermutlich bereits länger eine Phase von Problemen, Unzufriedenheit, starker Anspannung oder Überlastung erlebt. Auch persönliche Krisen, Krankheiten und traumatische Erfahrungen begünstigen das Auftreten einer psychosomatisch bedingten Krankheit.

Symptome und Beschwerden: Wie äussern sich psychosomatische Krankheiten?

Die Liste der möglichen Symptome ohne organische Ursachen ist lang. Je nach Typ äussert sich die Krankheit in unterschiedlichster Weise. Von Herzrasen und Magendrücken über Übelkeit und Verdauungsstörungen bis hin zu Hautausschlägen, Rückenschmerzen oder einem geschwächten Immunsystem reicht die Palette denkbarer Symptome. Schmerzen in Gelenken, Muskeln und Nerven kommen vor, manche Patienten entwickeln einen Tinnitus oder verlieren aufgrund eines geschwächten Stoffwechsels Haare. Letzteres tritt beispielsweise dann auf, wenn Verdauungsstörungen den Nährstoffhaushalt durcheinanderbringen, was in der Folge viele Organe in Mitleidenschaft zieht.

Welcher Arzt behandelt psychosomatische Krankheiten?

Der erste Weg bei Schmerzen, Verdauungsstörungen und anderen Beeinträchtigungen führt in der Regel zum Hausarzt. Je nachdem, unter welchen Symptomen du leidest, kommen zunächst Untersuchungen von verschiedenen Fachärzten infrage. Sie klären ab, ob eine organische Erkrankung Ursache der Schmerzen und Probleme ist. Ist dies nicht der Fall, hilft dir ein Mediziner mit psychosomatischer Fortbildung oder ein darauf spezialisierter Experte weiter. Nicht jeder Hausarzt hat die Möglichkeit und Kenntnis, eine psychosomatische Grundversorgung zu übernehmen – er kann dich aber bezüglich der Wahl eines geeigneten Therapeuten beraten.

Wie behandelt die Medizin Körper und Seele bei psychosomatischen Beschwerden?

Die Ursache der psychosomatischen Störung ist nicht organisch, sie ist in der Seele des Patienten zu finden. Erfahrene Therapeuten forschen nach der Ursache der Beschwerden, in der Folge kommt eventuell eine Behandlung der Psyche, etwa der Psychiatrie, in Betracht. Vielen Patienten hilft eine Psychotherapie weiter, andere machen mit alternativen Behandlungen gute Erfahrungen. Weil Symptome und Erkrankungen sehr unterschiedlich auftreten, sieht auch die Kombination aus Hilfsmöglichkeiten in jedem Fall anders aus. Neben der bewährten Psychotherapie kommen weitere teils unterstützende Angebote in Betracht:

  • Ergotherapie
  • Bewegungs- und Körpertherapie
  • Entspannungstechniken
  • manuelle Therapie
  • manchmal auch Medikamente zur Linderung von Schmerzen oder Psychopharmaka

Wie lange dauern psychosomatische Beschwerden?

So individuell wie der Krankheitsverlauf ist auch die Dauer, bis Beschwerden einer psychosomatischen Erkrankung gemildert werden oder ganz verschwinden. Selbst innerhalb eines Krankheitsbildes – Beispiel Fibromyalgie, einer Schmerzerkrankung – gibt es völlig unterschiedliche Verläufe bis hin zu chronischen Erscheinungen. Insofern hängt die Dauer der Erkrankung vom Einzelfall und von den angewendeten Therapiemöglichkeiten ab.

Psychosomatik bei Kindern: Was kann ich tun, um bei Beschwerden und Erkrankungen zu helfen?

Im stressigen Alltag unserer Zeit treten psychosomatische Erkrankungen nicht selten schon bei den Jüngsten auf. Hierzu zählen etwa Essstörungen, Schlafstörungen oder Störungen von emotionalen Verhaltensweisen. Auch Neurodermitis, Asthma oder Migräne bei Kindern können als psychosomatisch bedingt vorkommen. Besteht der Verdacht einer solchen Erkrankung, solltest du den Rat deines Kinderarztes einholen. Er wird gegebenenfalls an einen Facharzt weiter verweisen. Über die Beratung mit dem Kinderarzt hinaus benötigt dein Kind emotionale Unterstützung und Vertrauen, die es am besten von dir bekommt. Es hilft, wenn du dein Kind begleitest, ohne ihm deine Konzepte aufzudrängen. Nimm dein Kind in seinen Fähigkeiten ernst, biete ein offenes Ohr. Auch Grenzen setzen ist erlaubt: Wird mit der Erkrankung wiederholt schwieriges Verhalten entschuldigt, entstehen daraus neue Konflikte für das Kind und das Umfeld. Bei all dem sollte die Erkrankung nicht in den Mittelpunkt des Lebens rücken. Stärke eure Verbindung mit gemeinsamen Unternehmungen, die dein Kind nicht überfordern, sondern sein Selbstwertgefühl steigern.