Leider unterstützen wir Internet Explorer nicht mehr.

Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.

Finde die besten Coaches in deiner Nähe
>
Ratgeber-Übersicht
>
Zwangsstörungen: Symptome und Anzeichen, um eine Zwangserkrankung zu erkennnen

Zwangsstörungen: Symptome und Anzeichen, um eine Zwangserkrankung zu erkennnen

Zwangserkrankungen oder Zwangsstörungen gehören zu den psychischen Erkrankungen. Die Betroffenen leiden oft sehr darunter, bestimmte Handlungen immer wieder durchführen oder bestimmte Gedanken immer wieder denken zu müssen. In geringem Mass kennen viele Menschen zwanghafte Handlungen. Viele haben zum Beispiel manchmal den Drang, zu überprüfen, ob die Tür wirklich abgeschlossen ist. Im kleinen Mass ist das kein Problem. Wenn jedoch der Alltag durch die Zwänge beeinträchtigt ist, solltest du dir Hilfe suchen. Es gibt unterschiedliche Methoden, um Zwangsstörungen zu behandeln.

Welche Zwangsstörungen gibt es?

Bei einer Zwangsstörung, früher auch Zwangsneurose genannt, fühlen sich die Betroffenen gezwungen, immer wieder bestimmte Gedanken zu denken oder Handlungen zu vollführen. Ob Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen im Vordergrund stehen, ist unterschiedlich. Meist handelt es sich um ganz normale Tätigkeiten, die jedoch in einem extremen Mass durchgeführt werden müssen. Zum Beispiel berichten Patienten, dass sie dutzende oder sogar hunderte Male nacheinander das Licht ein- und ausschalten, die Hände waschen oder andere Dinge tun müssen. Sie empfinden diese Handlungen selbst als übertrieben. Wenn sie sie jedoch zu unterdrücken versuchen, werden sie sehr unruhig, aggressiv, nervös oder sogar panisch. Der innere Druck und die Angst lassen sich nur durch die Zwänge kurzzeitig abbauen.

Was sind Zwangsgedanken und Zwangshandlungen?

Zwangsstörungen können sich in Zwangsgedanken und Zwangshandlungen äussern. Häufig treten beide Facetten auf. Manchmal steht eines von beiden im Vordergrund.

  • Unter Zwangsgedanken versteht man unerwünschte Gedanken, die die Patienten selbst als unangemessen oder unsinnig empfinden, die sich aber trotzdem sehr häufig aufdrängen. Diese Gedanken verursachen Ekel, Angst oder andere negative Gefühle. Häufig stehen sehr unangenehme Überlegungen im Vordergrund, die zum Beispiel mit Tod, Gewalt oder Sexualität zu tun haben. Die Zwangsgedanken lassen sich kaum abschütteln oder unterdrücken.
  • Zwangshandlungen sind dagegen Verhaltensweisen, zu denen sich der Betroffene genötigt fühlt und die immer gleich ablaufen müssen. Typische Zwangshandlungen sind zum Beispiel Händewaschen, Tür abschliessen, Zählen oder Aufräumen in übertriebenem Mass. Es gibt jedoch noch viele andere Varianten.

Woher kommen die Zwänge und was sind die Ursachen für Zwangsstörungen?

Die Ursachen für Zwangsstörungen können sehr unterschiedlich sein:

  • Man vermutet, dass genetische Vorbelastungen bei der Entstehung von Zwängen eine Rolle spielen können.
  • Körperliche Beeinträchtigungen des Hirnstoffwechsels können Zwänge auslösen.
  • Vernachlässigung in der Kindheit oder traumatische Ereignisse können später zu Zwangsneurosen führen.
  • Auch eine extreme Erziehung, zum Beispiel zu besonderer Reinlichkeit kann eine Ursache sein.
  • Manchmal treten Zwangsstörungen zusammen mit anderen Erkrankungen aus der Psychosomatik auf, zum Beispiel bei einer Depression oder Angststörung oder im Rahmen des Autismus.
  • Auch die Persönlichkeit spielt eine Rolle. Wer zum Beispiel stark zu Schuldgefühlen neigt, hat ein höheres Risiko für das Auftreten von Zwangsstörungen.

Wie erkennt man Zwangsstörungen?

Zwangsstörungen sind in den Anfängen nicht leicht zu erkennen, weil es sich bei den Zwängen meist um ganz normale Handlungen handelt. Noch schwieriger wird es bei Zwangsgedanken, denn diese sind nach aussen kaum zu erkennen. Aufmerksam solltest du werden, wenn sich jemand von bestimmten Handlungen sehr einschränken lässt und sein Alltag immer mehr davon beeinflusst wird. Oft leiden darunter auch die Kontakte zu anderen Menschen. Auch wenn jemand immer wieder über bestimmte, beunruhigende und sinnlos erscheinende Themen spricht, kann eine Zwangsstörung dahinterstecken. Sprich den Betroffenen im Zweifel unter vier Augen an und biete deine Hilfe an.

Gibt es Zwangsstörungen auch bei Kindern?

Auch bei Kindern können schon echte Zwangsstörungen auftreten. Allerdings ist längst nicht jedes stereotype Verhalten im Kindesalter problematisch. Achte darauf, wie es deinem Kind mit seinem Verhalten geht: Ist es beeinträchtigt oder fühlt es sich mit seinen Wiederholungen gut? Bleibe mit dem Kind im Gespräch und beobachte zunächst ein Weilchen, wie sich das Verhalten entwickelt.

Muss ich mit einer Zwangsstörung Angst vor der Psychiatrie haben?

Viele Menschen mit einer Zwangsstörung haben Angst, „verrückt“ zu werden und in der Gesellschaft nicht mehr zu funktionieren. Besonders die Angst vor der Psychiatrie ist weit verbreitet, aber unbegründet: Zum einen müssen sich längst nicht alle Patienten in stationäre Behandlung begeben. Bei den meisten lässt sich die Zwangsstörung auch gut ambulant behandeln. Zum anderen treffen die meisten negativen Vorstellungen über Psychiatrien heute längst nicht mehr zu. Vor allem gilt: Solange keine akute Eigen- oder Fremdgefährdung vorliegt, kannst du die Psychiatrie jederzeit auf eigenen Wunsch wieder verlassen, doch wahrscheinlich gibt es ohnehin bessere Behandlungsmethoden für dich.

Wie behandelt man Zwangsstörungen?

Die kognitive Verhaltenstherapie hat sich als besonders effektiv bei der Behandlung von Zwangsstörungen erwiesen. Unter anderem geht es dabei um die Konfrontation mit Situationen, die normalerweise Zwänge auslösen. Die Patienten lernen nach und nach, diesen Situationen standzuhalten, ohne dem Zwang nachzugeben. Auch Medikamente können eingesetzt werden, wenn die Zwangsstörung stark ausgeprägt ist. In sehr vielen Fällen kann die Erkrankung durch diese Methoden deutlich verbessert werden.

Der Coachingvergleich für die Schweiz. Finde die besten Coaches in deiner Nähe - mit Preisen und Bewertungen!

Das könnte dich auch interessieren

Kaufsucht – wenn das Einkaufen zwanghaft wird

In der Boutique das traumhafte Kleid, beim Onlinehändler die schicken Schuhe oder beim Juwelier eine tolle Uhr – ab und an mal ausgiebig shoppen zu gehen, ist in der Regel ein normales Konsumverhalten, das viele Menschen zeigen. Wenn das Kaufen für dich allerdings zu einem Zwang wird, der nicht mehr kontrollierbar ist, wenn du Dinge in Unmengen kaufst, ohne diese wirklich zu benötigen und dich dabei verschuldest, zeigst du bereits ein pathologisches Kaufverhalten oder eine Kaufsucht. Wie sich eine Kaufsucht äussert, welche Folgen sie haben kann und wie sie als Krankheit therapeutisch behandelt wird, beantworten wir dir im Folgenden.

Mit einer Trennungsvereinbarung Kosten und Streitigkeiten verhindern – so geht es

Scheiden tut manchmal mehr weh als notwendig. Wenn sich zwei Ehegatten nicht mehr verstehen, ist es oft besser, getrennte Wege zu gehen. Dennoch kommt mit einer Scheidung einiges auf die Partner zu. Die Verteilung des Hausrats und die Versorgung der Kinder müssen geregelt werden. Um klare Verhältnisse zu schaffen, lohnt sich eine Trennungsvereinbarung.

Das Medikament Amitriptylin – mehr als ein reines Antidepressivum

Ängste, Sorgen und mangelnde Lebensfreude – wenn dich diese Gefühle längere Zeit begleiten und dich in deinem Leben massiv einschränken, leidest du vielleicht an einer Depression. Vielen Menschen ist nicht klar, dass es sich dabei um eine Krankheit handelt, die behandelt werden kann. Neben einer Psychotherapie gehört das Medikament Amitriptylin zum den bewährten Mitteln bei der Behandlung von Depressionen. Das Arzneimittel aus der Gruppe der trizyklischen Antidepressiva wird aber ebenso zur Therapie von Schmerzen eingesetzt. Hier erfährst du alles über den Wirkstoff, mögliche Nebenwirkungen und wer von einer Behandlung mit dem Medikament profitieren kann.