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Unterstützende Kommunikation: Lernen, sich ohne Sprache auszudrücken

Der gesunde Mensch kann sich in der Regel sehr gut ausdrücken und verständlich machen. Anders sieht das aus, wenn angeborene oder auch erworbene Sprach- und Ausdrucksbeeinträchtigungen die Kommunikation erschweren. Es gibt aber Fachgebiete, die sich mit einer Bereitstellung von Hilfsmitteln und Kommunikationsformen beschäftigen, um auch diesen Personen die Verständigung mit ihrer Umwelt zu vereinfachen. Einen wichtigen Beitrag leistet die unterstützende Kommunikation. Diese dient besonders als unterstützende und ergänzende Möglichkeit, den Alltag besser zu bewältigen.

Was ist die unterstützende Kommunikation?

Die unterstützende Kommunikation umfasst als Fachgebiet alle umsetzbaren Kommunikationsformen, die helfen, eine fehlende Lautsprache zu ersetzen oder zu ergänzen. Sie enthält Behandlungsmethoden und Therapieformen mit pädagogischem Ansatz, um die kommunikativen Möglichkeiten bei beeinträchtigten Menschen zu erweitern. Dazu gehören Hilfsmittel wie Symbol- und Bildkarten, Kommunikationstafeln und Sprachausgabegeräte, die eine Verständigung untereinander vereinfachen. Ergänzt wird die Lautsprache durch Schlüsselwörter oder Gebärden.

Welche Kommunikationsformen gibt es?

Das Fachgebiet zielt zur Hilfestellung auf verschiedene Kommunikationsformen ab, die in körpereigene, nichtelektronische und elektronische Kommunikationshilfen unterteilt sind. Auch ein Erlernen von Kommunikationsstrategien gehört dazu, um die Abhängigkeit von Hilfsmitteln zu reduzieren. Zu den körpereigenen Kommunikationsformen gehören all jene, die du durch deinen eigenen Körper, durch Laute, Mimik, Gebärden, Zeigebewegungen oder Blickbewegungen ausdrückst.

Zu den elektrischen und nicht elektrischen Hilfsmitteln gehören:

  • Tafeln (Bild, Symbol, Themen)
  • Bücher
  • Poster
  • Sprachgeräte

Für welche Menschen sind Kommunikationshilfen gedacht?

Innerhalb der unterstützenden Kommunikation gibt es Zielgruppen, die in kleinerem und grösserem Umfang auf Kommunikationshilfen angewiesen sind. Das betrifft Personen, die:

  • über eine gute Lautsprache verfügen und diese gut verstehen, jedoch nur unzureichende Möglichkeiten haben, sich auszudrücken
  • eine Unterstützung beim Erwerb und Erlernen der Lautsprache benötigen und Hilfsmittel benutzen müssen
  • die Lautsprache als zu komplex empfinden und eine Alternative brauchen

Genauer sind das Menschen, die angeborene Beeinträchtigungen, Behinderungen und Hirnschädigungen haben oder durch Unfall, Schlaganfall und fortschreitende Erkrankung Sprachschwierigkeiten entwickeln. Dazu zählen auch vorübergehende Einschränkungen, etwa wenn du eine Verletzung im Gesicht hast, die das Sprechen erschwert.

Wann kommen die Hilfsmittel bei der unterstützenden Kommunikation zum Einsatz?

Hilfsmittel, die eine Verständigung mit der Umwelt vereinfachen, kommen immer dann zum Einsatz, wenn Menschen nicht die Fähigkeit haben, sich durch die gesprochene Sprache auszudrücken. Das kann verschiedene Ursachen haben, so Taubstummheit, Hirnschädigungen, krankheits- oder unfallbedingte Beeinträchtigungen. Durch Kommunikationshilfen ist es dir möglich, das, was du sagen möchtest, zu vermitteln und so auch zu lernen, mit anderen wieder umfangreicher zu kommunizieren. Die unterstützende Kommunikation erhöht das Mass an Selbstbestimmtheit und macht sich den Grundsatz zueigen, dass jeder Mensch das Bedürfnis hat, mit anderen in Kontakt zu treten. Dieser natürliche Prozess soll nicht durch fehlende Ausdrucksmöglichkeiten eingeschränkt sein.

Was ist das Ziel der unterstützenden Kommunikation?

Beeinträchtigungen in der Verständigung verringern die Lebensqualität. Durch die Unterstützung und Teilhabe am Sprachprozess und der erweiterten Möglichkeiten erhöht sich die Selbstbestimmung. Gerade Eltern möchten für die Entwicklung ihrer Kinder die besten Voraussetzungen schaffen, dass mehr Selbstständigkeit und Verständigung möglich ist, wenn Beschwerden vorliegen. Innerhalb der Familie kann sich ein Kind zwar durch eine eigene Form der Sprache und Gebärden ausdrücken, in der Gesellschaft und im späteren Schul- und Berufsleben wird aber schwierig.

Die Verständigung soll auch für fremde Personen nachvollziehbar sein. Daher legt die unterstützende Kommunikation Wert auf das Gelingen des Kommunikationsprozesses und auf das Sammeln von Erfahrungen im Austausch. Hier geht es weniger um die Bereitstellung der Hilfsmittel als darum, deren Benutzungsmöglichkeiten zu erweitern. Gebärden und Zeichen werden daher verallgemeinert, sodass sie leicht verständlich sind, sowohl für beeinträchtigte als auch für nicht beeinträchtigte Menschen. Eine gemeinsame Bedeutung findet sich durch Berührung, Mimik, Gebärde, Laute, Klänge, Bilder, Worte oder Symbole.

Wann sollte mit einer unterstützenden Kommunikation begonnen werden?

Eltern sind häufig ratlos, wann es wichtig ist, das Kind für eine Verwendung von Kommunikationshilfen vorzubereiten. Es steht die Befürchtung im Raum, dass ein zu früher Einsatz einen möglichen Lernprozess erschwert oder gar verhindert. Fehlt die Lautsprache, sollte erst über Alternativen nachgedacht werden, wenn bereits Versuche erfolgt sind, die Fähigkeit zu dieser anderweitig aufzubauen. Erst wenn es klar ist, dass der Erfolg ausbleibt, ist die unterstützende Kommunikation als pädagogische Massnahme angebracht. Anhand der vorliegenden Beeinträchtigungen lässt sich gut erkennen, wann du eine frühzeitige oder erst später angesetzte Hilfestellung benötigst. Oft neigen Menschen auch dazu, eine eigene Kommunikationsform zu entwickeln, die zwar in der Familie hilfreich ist, in der Gesellschaft jedoch zu Schwierigkeiten führen kann, wenn die Ausdrucksmittel nicht allgemeingültig sind. Angestrebt wird eine Förderung der geistigen und sprachlichen Lernprozesse.

Wie wichtig sind Gebärden bei der unterstützenden Kommunikation?

Die Möglichkeit, sich bei einer fehlenden Lautsprache über Gebärden auszudrücken, hat eine lange Tradition und ist bei derartigen Schwierigkeiten auch ein ganz natürlicher Prozess: Du versuchst automatisch, dich durch Mimik oder Gesten anderen verständlich zu machen. Ein wichtiges Element bei der Gehörlosenpädagogik ist die Gebärdensprache, die als systematisches und einheitliches Konzept für alle Menschen unabhängig von ihrer Sprache geeignet ist. Bei der unterstützenden Kommunikation dienen die Gebärden nicht als Gesamtsystem, sondern jedes deiner Worte wird durch eine Gebärde begleitet und verständlich gemacht. Dabei werden auch Schlüsselwörter verwendet, die gebärdensprachlich vermittelt werden müssen. Eine Beratung durch erfahrene Therapeuten ist besonders für Eltern und Pflegepersonen sinnvoll.

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