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Angststörung behandeln in sieben Schritten

Angststörung behandeln in sieben Schritten

Leidest du an einer Angststörung? Vielleicht hast du sogar das Gefühl, dass die Angst dein Leben sehr beeinträchtigt? Damit bist du nicht alleine. Angsterkrankungen sind eine recht häufige Erkrankung, vor der niemand gefeit ist. Die gute Nachricht ist aber, dass sich eine Angststörung gut behandeln lässt, beispielsweise durch Psychotherapie und mit Medikamenten. Und auch du selbst kannst aktiv daran mitwirken, dass die Angst verschwindet. Wie das geht, erklären wir dir hier.

1. Symptome einer Angsterkrankung erkennen

Jeder von uns hat Ängste und in einem gewissen Rahmen ist das auch normal. Zum Problem werden sie, wenn sie dein Leben bestimmen.

  • Herzrasen
  • Kurzatmigkeit
  • Benommenheitsgefühl

sind in bestimmten Situationen Symptome dafür, dass eine Angsterkrankung vorliegt. Eine der häufigsten ist die Sozialphobie, die im schlimmsten Fall zu einer völligen Isolation des Betroffenen führen kann. Sind deine Ängste weniger konkret, sondern erstrecken sich auf viele Bereiche des Lebens, dann leidest du möglicherweise an einer sogenannten generalisierten Angststörung.

Vielleicht hattest du auch schon einmal eine Panikattacke. Sie fühlt sich an wie ein lebensbedrohlicher Zustand mit Atemnot und Herzrasen. Schlimmstenfalls wirst du in die Notaufnahme gebracht und gründlich untersucht, aber es kommt heraus: Körperlich fehlt dir nichts. Ist dir das schon mehrmals passiert, liegt der Verdacht nahe, dass es sich um eine Angststörung handelt.

2. Hilfe suchen: Die Psychiatrie hilft dir aus der Angstspirale

Der erste Schritt auf dem Weg aus der Angst besteht darin, dir professionelle Hilfe zu holen. Freunde und Familie sind zwar oft gute Ratgeber, bei einer psychischen Erkrankung solltest du dich jedoch lieber an einen Facharzt für Psychiatrie oder zunächst an deinen Hausarzt wenden. Sag ihm, wie du dich fühlst und wovor du Angst hast. Habe dabei kein falsches Schamgefühl. Viele scheuen solch ein Gespräch mit dem Arzt, weil sie denken, er würde sie nicht ernst nehmen. Aber Angststörungen sind eine häufige Erkrankung und dein Arzt hat garantiert jeden Tag Patienten, denen es so geht wie dir. Stellt der Hausarzt oder Psychiater die Diagnose „Angststörung“, wird er dir eine Psychotherapie verordnen. Lass dich auf jeden Fall darauf ein und lehne die Hilfe nicht ab, denn ohne Therapeuten wirst du es kaum schaffe, deine Angststörung zu behandeln.

3. Verstehe die Psychosomatik bei Angsterkrankungen

Die Psychosomatik lehrt uns: Körper und Psyche beeinflussen einander gegenseitig. So wird beispielsweise bei einer Angstattacke Adrenalin ausgeschüttet, was sich in Verdauungsbeschwerden niederschlagen kann. So kann es vorkommen, dass Patienten wegen Symptomen wie schweren und langanhaltenden Magen- und Darmproblemen oder allgemeinem Unwohlsein in die Praxis gehen. Bei der Untersuchung stellt sich dann heraus, dass diese Probleme rein auf die Psychosomatik zurückzuführen sind. Ängste, Sorgen oder auch eine Depression sind häufig für solche Beschwerden verantwortlich, die nach einer erfolgreichen Psychotherapie wieder abklingen.

4. Nutze die Behandlungsmöglichkeiten in der Psychotherapie

Je nach Art deiner Angst kommen verschiedene Behandlungsansätze infrage. So wird in der kognitiven Verhaltenstherapie dem Grund für die Ängste nachgegangen. Ziel der Behandlungen ist es, dass du die Situationen, in denen du jetzt Angst empfindest, künftig anders bewertest, nämlich positiv oder zumindest neutral. Ein anderer Ansatz ist die Konfrontationstherapie, bei der du dich mit Unterstützung deines Therapeuten deinen Ängsten stellst.

5. Verwende verschriebene Medikamente

Bei den Medikamenten, die bei Angsterkrankungen verschrieben werden, handelt es sich um Antidepressiva, die im Allgemeinen sehr gut verträglich sind. Sie sollen unterstützend wirken und ersetzen eine Psychotherapie nicht. Sie besitzen aber den Vorteil, dass schon nach kurzer Zeit eine Besserung eintritt: Die Angstzustände treten weniger häufig auf und sind nicht mehr so schlimm. Auch wenn du sehr kritisch bist, was die Einnahme von Tabletten angeht: Wenn dir dein Hausarzt oder ein Facharzt für Psychiatrie solch ein Mittel verschreibt, gib diesen Medikamenten eine Chance, denn sie helfen dir wirklich. Auch solltest du die Medikamente erst nach Beratung mit deinem Arzt wieder absetzen.

6. Was Betroffene selbst tun können

Das Wichtigste ist, dass du den Situationen, vor denen du Angst hast, nicht mehr aus dem Weg gehst. Meide Menschenansammlungen nicht, stelle dich bewusst in die Schlange an der Supermarktkasse und: ändere die Dinge in deinem Leben, die dich belasten. Was genau das ist, wird der Facharzt für Psychiatrie oder der Psychotherapeut in den Sitzungen mit dir gemeinsam herausfinden. Vielleicht ist es dein Job, der dich zu sehr belastet, vielleicht dein Umfeld, in dem du dich nicht wohlfühlst, oder auf dir lastet einfach zu viel Verantwortung, von der du einen Teil abgeben musst, um dich nicht länger zu überfordern.

7. Achte auf deine Gesundheit

Man sagt nicht umsonst: In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist. Versuche, dich möglichst gesund zu ernähren, gehe viel nach draussen und verordne dir auch mal eine Smartphone- und computerfreie Zeit am Tag. Wichtig: Treibe Sport, dadurch fühlst du dich fitter und du baust Stress ab. Auch Entspannungsübungen können helfen, deinen Stresslevel zu senken und die Angst zu bändigen.

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