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Kognitive Fähigkeiten und Beeinträchtigungen: Definition und häufige Fragen

Kognitive Fähigkeiten und Beeinträchtigungen: Definition und häufige Fragen

Als Kognition bezeichnet man die Umwandlung von Informationen, die von einem verhaltenssteuernden System ausgeführt wird – soweit die Definition. Aber was bedeutet das konkret? Einfach ausgedrückt ist Kognition die geistige Wahrnehmung. Von deinen kognitiven Fähigkeiten hängt ab, wie schnell oder langsam du lernst, wie fix du im Denken bist, wie es um deine geistige Leistungsfähigkeit steht. Und was sind kognitive Beeinträchtigungen? Kann man kognitive Fähigkeiten trainieren? Du hast die Fragen, wir haben die Antworten!

Was bedeutet kognitive Beeinträchtigung und ist Kognition das Gleiche wie Intelligenz?

Als eine kognitive Beeinträchtigung wird eine leichte Beeinträchtigung der Denkleistung bezeichnet, die über das nach Alter und Bildung zu erwartende Mass hinausgeht. Allerdings stellt eine kognitive Beeinträchtigung keine Behinderung dar. Manchmal wird eine leichte kognitive Beeinträchtigung auch als eine beginnende Demenz gedeutet. Zu den Symptomen gehört eine eingeschränkte Gedächtnisleistung, die nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch deren Angehörige wahrnehmen. Die Neigung zum Grübeln bis hin zu einer Depression können hinzukommen. Defizite im Sprechen, Planen und in der räumlichen Vorstellung sind möglich, allerdings verbleibt die Fähigkeit, Alltagsaktivitäten auszuführen. Dabei ist Kognition nicht dasselbe wie Intelligenz, sondern die Voraussetzung für intelligentes Handeln. Kognitive Fähigkeiten umfassen die Wahrnehmung und Einordnung der Sinneseindrücke bis hin zu ihrer Verarbeitung.

Was ist Kognition bei Kindern?

Geht es um die kognitive Entwicklung von Kindern, sind die Fähigkeiten gemeint, die zum Erkennen und Erfassen von Gegenständen und anderen sowie der eigenen Person vonnöten sind. Die Kognition wird in verschiedene Funktionen unterteilt:

  • Intelligenz oder Denken
  • Wahrnehmung
  • Problemlösen
  • Gedächtnis
  • Sprache

Liest du von der kognitiven Entwicklung, lernst du auch Synonyme kennen: Geistige Entwicklung und intellektuelle Entwicklung sowie Intelligenzentwicklung werden als alternative Begriffe gebraucht, wenn es um Erinnerung, Kreativität und strukturiertes Denken geht. Wahrnehmung, Gedächtnisleistungen und die Sprachbeherrschung gelten als die kognitiven Stützfunktionen und Voraussetzungen für Denken und Intelligenzleistungen.

Was ist Training für die Wahrnehmung?

Das Gehirn funktioniert im Prinzip wie ein Muskel: Wird es regelmässig trainiert, steigt die Leistung. Das bedeutet: Du kannst deine Gehirnleistung erhöhen. Was ist nun Wahrnehmung? Sinneseindrücke wie Geräusche, Gerüche, Gefühle und Bilder werden permanent wahrgenommen und verarbeitet. Verarbeitung meint in diesem Fall, dass die meisten Eindrücke als unwichtig aussortiert werden und das Bewusstsein nicht erreichen. Es kann aber auch bedeuten, dass Eindrücke eingeordnet und gespeichert werden und dass sie zu Problemlösungen führen. Nicht immer müssen sie dafür das Bewusstsein erreichen. Ins Bewusstsein gelangt nur, was aktuell als wichtig bewertet wird. Und genau das kann trainiert werden: Nach Schlaganfällen, nach Narkosen oder anderen Ereignissen zeigen Personen manchmal kognitive Beeinträchtigungen. Mit dem richtigen Training können sie ihre vorherigen kognitiven Fähigkeiten oft wiedererlangen. Die Methoden sind eigentlich ganz einfach:

  • Denkspiele wie Memory, Dame, Schach oder Mühle
  • Einüben einer Sportart
  • Erlernen eines Instruments
  • Aneignung einer Fremdsprache

Wann macht man eine Bewertung der kognitiven Fähigkeiten?

Eine erste Bewertung der kognitiven Fähigkeiten findet bereits beim Kinderarzt statt: Die regelmässigen Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern sollen auch feststellen, ob die kognitive Entwicklung altersgemäss verläuft. Denn das ist eine Voraussetzung für die Einschulung: Die Kinder können dem Schulunterricht nur folgen, wenn ihre Entwicklung es zulässt. Aber auch bei Erwachsenen werden die kognitiven Fähigkeiten bisweilen überprüft. Bei verschiednen Krankheiten müssen Ärzte feststellen, ob die Kognition beeinträchtigt ist. Kognitive Tests sind so ausgefeilt, dass nicht nur Störungen festgestellt werden können: Experten sehen, welche Prozesse genau beeinträchtigt sind, ob Gehirnstörungen vorliegen oder Verhaltensänderungen, die beispielsweise auf eine mangelnde Orientierung, fehlende Aufmerksamkeit oder neurodegenerative Störungen zurückzuführen sind. Die Ursachenforschung ist für eine Behandlung wichtig.

Welche Erkrankungen beeinträchtigen die kognitive Leistungsfähigkeit?

Die Psychologie kennt eine Reihe von Erkrankungen, die sich in kognitiven Beeinträchtigungen äussern. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist es wichtig, dass die kognitiven Fähigkeiten von Patienten beurteilt werden können. Zu den psychischen Störungen, die auch die Kognition betreffen, gehören:

  • Demenz
  • Schizophrenie
  • Schlaganfall
  • Multiple Sklerose
  • Parkinson
  • HIV-Infektionen
  • Borreliose
  • Alkoholmissbrauch
  • Drogenmissbrauch
  • Depressionen

Wie fördert man die Kognition im Kindergarten?

Kinder entwickeln kognitive Fähigkeiten ganz alleine im Alltag aus dem Spiel heraus. Denn Kinder setzen sich aufgrund ihrer Neugier kreativ mit ihrem Umfeld auseinander, wenn das Umfeld entsprechend gestaltet ist. Belohnungen, Versprechungen, Lernzeiten oder spezielles Training benötigen Kinder dabei eigentlich nicht. Wichtiger für die Entwicklung von kognitiven Fähigkeiten ist ein anregendes Umfeld, das mit den eigenen Fähigkeiten und nach eigenem Gutdünken erkundet werden darf. Du förderst die Entwicklung der kognitiven Fähigkeiten deines Kindes, indem du:

  • das häusliche Umfeld nach den Interessen und dem Entwicklungsstand deines Kindes gestaltest
  • dein Kind zum Erkunden ermunterst (Bücher, Testspiele, die Möglichkeit, unterschiedliche Lebensmittel zu schmecken …)
  • dein Kind bei der Aufmerksamkeitsregulation unterstützt
  • deinem Kind Aufgaben bietest, die ganz unterschiedliche Lösungsstrategien erfordern

Welcher Zusammenhang besteht zwischen Sport und kognitiven Fähigkeiten?

Eine neue Sportart zu erlernen, fördert die kognitiven Fähigkeiten. Denn von der motorischen Kontrolle über die Visualisierung und Reflexion der eigenen Bewegungen bis hin zu strategischem, lösungsorientiertem Denken muss sehr viel geleistet werden. Bewegung läuft zwar in erster Linie in der Muskulatur ab. Aber diese wird vom Gehirn gesteuert – bewusste Bewegung ist also zunächst einmal Gehirnleistung. Dabei ist es ganz egal, ob du mit 20 anfängst, Tennis zu spielen, mit 35 Jahren einem Dartverein beitrittst oder mit 60 Jahren zum Boxen gehst. Jeder Sport fördert die kognitiven Fähigkeiten.

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