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Bewusstseinsstörung – Verzerrung der äusseren Welt durch das innere Bild

Bewusstseinsstörung – Verzerrung der äusseren Welt durch das innere Bild

Das Bewusstsein, ein mentaler Prozess zur ideellen Widerspiegelung einer objektiv erfahrbaren Realität, erfasst alle Sinnesformen des menschlichen Zentralnervensystems sowie dessen Emotionen und den Willen. In diesem Zusammenhang wird das Bewusstsein mit dem Wissen über etwas verbunden, was unterschiedlich nachempfunden werden kann. Diese psychische Tätigkeit des menschlichen Körpers kann in seiner Vitalfunktion massiv gestört sein und wird als psychopathologisches Symptom mit einer Bewusstseinsveränderung wahrgenommen. Diese Veränderung des normalen Bewusstseins wird Bewusstseinsstörung genannt, eine Verzerrung der äusseren und inneren Welt. Neben der natürlichen Tätigkeit des menschlichen Körpers bleibt somit fraglich, ob sich das Bewusstsein allein auf die Körperfunktionen des Gehirns zurückführen lässt.

Was ist eine Bewusstseinsstörung?

Die Bewusstseinsstörung wird als eine Veränderung des normalen menschlichen Bewusstseins, dem Alltagsbewusstsein, wahrgenommen. Als ein psychopathologisches Symptom wird sie dem Bewusstsein zugeordnet und in ihrer Funktion in der Psychiatrie oder Klinischen Psychologie behandelt und wissenschaftlich näher untersucht. Die Bewusstseinsstörung lässt sich somit nahezu ausschliesslich auf die menschliche Psyche zurückführen und muss als solches von einer Orientierungsstörung unterschieden werden. Diese setzt sich ausschliesslich mit der menschlichen Wahrnehmung, Orientierung und Handlungsbereitschaft auseinander. Zwar spielt die Wahrnehmung auch eine übergeordnete Rolle bei der Bewusstseinsstörung, hier werden äussere Einflüsse jedoch fehlinterpretiert.

Welche Formen der Bewusstseinsstörung werden unterschieden?

Es werden medizinisch zwei Formen der Bewusstseinsstörung voneinander unterschieden: Bei der qualitativen Bewusstseinsstörung, die als eine Bewusstseinsveränderung wahrgenommen wird, sind die psychischen Abläufe des Patienten gestört. Diese kognitiven, affektiven beziehungsweise psychomotorischen Wahrnehmungsstörungen äussern sich durch:

  • Bewusstseinstrübung
  • Bewusstseinseinengung
  • Bewusstseinsverschiebung

Während bei der Bewusstseinseintrübung die Fähigkeiten gestört sind, sich als Person aufgrund einer Angst oder Halluzination als Teil der Umwelt zu verstehen, äussert sich die Bewusstseinseinengung durch eine verminderte Ansprechbarkeit auf Aussenreize. Im Gegensatz dazu wird die Bewusstseinsverschiebung durch ein intensiveres Erleben von Raum und Zeit oder allgemein der Sinnesempfindungen erlebt.

Die quantitative Bewusstseinsstörung lässt sich mit einer Schlaf-Wach-Skala verifizieren und ist eine Beeinträchtigung des Bewusstseins mit reduzierter oder gesteigerte Vigilanz, also Wachheit. Dazu zählen:

  • Bewusstseinsverminderung – Benommenheit, Somnolenz, Sopor, Koma
  • Delir
  • Hypervigilität

Was sind die typischen Symptome einer Bewusstseinsstörung?

Die Symptome einer Bewusstseinsstörung können kongruent mit den Formen der Bewusstseinsstörung beschrieben werden und äussern sich wie folgt:

Quantitative Bewusstseinsstörung

  • Bewusstseinsverminderung: Benommenheit, verlangsamtes Handeln und Denken, Schläfrigkeit, Orientierungseinschränkung
  • Somnolenz: Schläfrigkeit, schwere Ansprechbarkeit, Konzentrationsunfähigkeit
  • Sopor: Patient schläft ständig, schwer aufweckbar, Orientierungslosigkeit
  • Koma: Bewusstlosigkeit, nicht aufweckbar

Qualitative Bewusstseinsstörung

  • Bewusstseinseinengung: verminderte Ansprechbarkeit, Dämmerzustand, Amnesie
  • Bewusstseinseintrübung: Desorientierung, Verwirrung, Angst, Halluzinationen, gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Bewusstseinsverschiebung: Bewusstseinserhellung, Bewusstseinsklarheit, Intensivierung der Sinneseindrücke

Welche Ursachen werden mit einer Bewusstseinsstörung in Verbindung gebracht?

Die Ursachen einer Bewusstseinsstörung können vielfältiger Natur sein und lassen sich allgemein auf der Grundlage folgender Ursprünge schlüssig verifizieren:

  • Physiologie
  • Erkrankungen
  • Metabolismus
  • Noxen

Physiologisch betrachtet können Schädel-Hirn-Traumata, Schlaganfälle sowie Hirntumore und andere Beeinträchtigungen des Gehirns zu den Symptomen einer Bewusstseinsstörung führen. Sowohl Parkinson, Diabetes als auch ein Hitzschlag sind Beispiele von Erkrankungen, die das Bewusstsein beeinflussen können. Statistisch betrachtet führen Noxen, also Medikamente wie Opiate, Benzodiazepine, Narkotika sowie Psychopharmaka, Drogen und Alkoholismus am häufigsten zu Bewusstseinsstörungen.

Welche Notfallmassnahmen und Schritte sind bei einer Bewusstseinsstörung oder Bewusstlosigkeit zu ergreifen?

Da die Ursachen einer Bewusstseinsstörung, zum Beispiel in Form einer Bewusstlosigkeit, nicht gleich nachvollziehbar sind, ist sofort ein Notarzt zu kontaktieren. Ist der Patient bei Bewusstsein, sollte er nicht allein gelassen, sondern beruhigt werden. Im Falle einer Bewusstlosigkeit ist eine stabile Lagerung des Bewusstlosen vorzunehmen. Fehlt jede Form eines Lebenszeichens, beginne mit Reanimationen. Zusammenfassend sind folgende Schritte notwendig:

  • Notfallmedizin: Notarzt anrufen
  • Patient mit Bewusstsein: beruhigen, enge Kleidung entfernen, Oberkörper erhöhen, zudecken, nicht alleine lassen
  • Patient in Bewusstlosigkeit: stabile Seitenlage anwenden
  • Patient ohne Lebenszeichen: Reanimation bzw. Wiederbelebung

Welche Therapie wird zur Behandlung einer Bewusstseinsstörung oder von Koma angewandt?

Die Therapie einer Bewusstseinsstörung ist zunächst von der Diagnose abhängig. In der Anamnese werden dazu alle Symptome sowie Vorerkrankungen ermittelt und je nach Krankheitsverlauf individuell auf den Patienten angepasst. So ist bei Koma zunächst die Glasgow-Koma-Skala anzuwenden und die Reaktionen des Erkrankten zu ermitteln. Qualitative Bewusstseinsstörungen, die im Verlauf einer Krankheit wie Schizophrenie, Epilepsie oder Manie auftreten können, werden zumeist medikamentös und psychiatrisch behandelt. Bewusstseinseintrübungen aufgrund von Ängsten oder Desorientiertheit lassen sich zuweilen mit autogenen Trainings und anderen Psychotherapien behandeln. Die Hypnose hat in diesem Zusammenhang eine Sonderstellung, da sie mit einer Somnolenz, also einer leichten Bewusstseinsverminderung, in Verbindung gebracht werden kann. Dies führt zur Muskelentspannung und einem ruhigen Atemrhythmus, wodurch Suggestionen forciert werden können.

Wie äussert sich eine Bewusstseinsstörung im Alltag? Ist ein bewusstseinsgestörter Täter schuldunfähig?

Die Schuldunfähigkeit und verminderte Schuldfähigkeit wird in der schweizerischen Gesetzgebung im Strafgesetzbuch Artikel 19 geregelt. Hier gilt als schuldunfähig, wer „zur Zeit der Tat nicht fähig war, das Unrecht seiner Tat einzusehen oder sachgemäss zu handeln“. In diesem Zusammenhang ist bei Krankheiten mit einer Bewusstseinsstörung beziehungsweise nach einer Tat unter Alkohol- oder Drogeneinfluss eine verminderte Schuldfähigkeit zu überprüfen.

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