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Eine Anpassungsstörung ICD 10 erkennen und behandeln

Eine Anpassungsstörung ICD 10 erkennen und behandeln

Im Leben gibt es Ereignisse, die alles verändern können – im Guten wie im Schlechten. Während wir manche Veränderungen akzeptieren, können wir andere als starke Belastung empfinden. Betroffene haben Angst, die neue Situation nicht meistern zu können, und fühlen sich überfordert und hilflos. Da das Problem darin besteht, sich der neuen Lebenssituation nicht anzupassen zu können, spricht man dann von einer Anpassungsstörung ICD 10. Diese kann behandlungsbedürftig sein, da häufig Symptome wie bei einer Depression oder Angsterkrankung auftreten und die Gefahr besteht, dass sich unter einer Anpassungsstörung Leidende sozial isolieren.

Wie kommt es zu einer Anpassungsstörung ICD 10?

Eine Anpassungsstörung ist eine Belastungsreaktion auf ein Ereignis, das (zumindest aus Sicht des Betroffenen) grosse Auswirkungen hat. Der Tod des Partners oder eines nahen Verwandten, die Trennung vom Partner, der Verlust des Arbeitsplatzes oder eine körperliche Behinderung nach einem Unfall sind Lebensereignisse, die uns vor grosse Herausforderungen stellen. Die Reaktionen der Psyche auf belastende Ereignisse sind individuell sehr verschieden. Während es manchen Menschen leichter fällt, sich der neuen Lebenssituation anzupassen, gibt es andere, die in ein tiefes Loch fallen und nicht mehr weiterwissen. Sie fühlen sich wie gelähmt und haben das Gefühl, den bevorstehenden Aufgaben nicht gewachsen zu sein.

Welche Symptome oder Reaktionen deuten auf eine Anpassungsstörung hin?

Die Symptome ähneln denen einer Depression. Häufig sind

  • Traurigkeit, Antriebslosigkeit, Gleichgültigkeit
  • verändertes Sozialverhalten, zunehmende Isolation
  • vor allem bei Kindern und Jugendlichen: Wut, Gereiztheit

Betroffene leiden zudem unter Ängsten, z. B. vor der persönlichen Zukunft. Es besteht die Sorge, den Veränderungen und den bevorstehenden Aufgaben nicht gewachsen zu sein. Die Symptomatik einer Anpassungsstörung überschneidet sich teilweise mit der einer Angsterkrankung. Damit die korrekte Diagnose Anpassungsstörung ICD 10 gestellt werden kann, müssen die Symptome innerhalb eines Monats nach dem auslösenden Ereignis zum ersten Mal aufgetreten sein. Eine Angsterkrankung dagegen kann auch ohne erkennbare Ursache auftreten.

Welche Belastungsreaktionen zeigt unser Körper bei psychischen Belastungen?

Eine Belastungsreaktion löst meist auch körperliche Erkrankungen aus. Häufig gibt es Probleme mit der Verdauung, Bauchschmerzen und Verspannungen der Muskulatur. Auch Herzrhythmusstörungen können auftreten. Betroffene leiden somit doppelt, sowohl unter den psychischen Belastungen als auch an den damit einhergehenden körperlichen Reaktionen. Es kommt aber auch vor, dass Patienten nur wegen körperlicher Beschwerden den Arzt aufsuchen, da sie ihre psychischen Belastungen bisher unterschätzt oder verdrängt haben. In der Regel fragt daher ein Arzt bei Vorliegen solcher Symptome, die psychosomatisch sein können, ob es private oder berufliche Belastungen gibt. Oft kann man ein Ereignis zeitlich mit dem Beginn der körperlichen Beschwerden in Verbindung bringen. Zur Sicherheit wird der Arzt aber auch durch internistische Untersuchungen und Laborwerte abklären, dass keine organischen Krankheiten vorliegen.

Wie wird eine Anpassungsstörung ICD 10 behandelt?

Der Hausarzt oder Psychiater entscheidet, ob eine Therapie erforderlich ist. Liegt nur eine leichte Form der Anpassungsstörung vor und besteht sie erst seit kurzem, kann zunächst abgewartet werden. Eine Besserung stellt sich häufig von allein ein; insbesondere, wenn es Unterstützung aus der Familie und dem Freundeskreis gibt. Wenn die Symptome aber nach mehr als vier Wochen nicht abklingen, ist eine Psychotherapie notwendig. Es besteht ansonsten die Gefahr, dass sich die Betroffenen sozial isolieren und ihre Gedanken nur um ihre Probleme kreisen, sodass sie ihre normalen Alltagssituationen nicht mehr bewältigen können. Bei schlechter Verfassung des Patienten ist ohnehin professionelle Hilfe durch einen erfahrenen Psychotherapeuten geboten. Sofern erforderlich, werden zusätzlich zur Psychotherapie Antidepressiva oder Beruhigungsmittel verordnet, um den Patienten zu stabilisieren.

Was geschieht bei der Psychotherapie?

In den Sitzungen mit dem Therapeuten werden die Ursachen für die Anpassungsstörung konkretisiert. Wichtig ist dabei ein Vertrauensverhältnis zum Therapeuten, da es nur dann möglich ist, über alle Sorgen und Ängste offen zu reden. Hat der Therapeut sich ein genaues Bild von der Situation gemacht, werden gemeinsam Lösungsmöglichkeiten erarbeitet und der Patient lernt, seine Situation von einer anderen Seite zu betrachten. Er wird wieder optimistischer und es wird ihm Freude bereiten, Pläne für die Zukunft zu entwerfen.

Wie überwinden wir die Angst vor einer neuen Lebenssituation?

Bei einer Anpassungsstörung haben wir die Sorge, dass wir mit den Veränderungen, die sich ergeben haben, nicht zurechtkommen. Die damit einhergehenden Probleme scheinen nicht lösbar. Dies ist aber ein rein subjektives Gefühl und wird von einem anderen Menschen oftmals anders, und zwar optimistischer, beurteilt. Es ist daher wichtig, mit anderen Menschen über seine Sorgen vor den Veränderungen zu sprechen, um die Dinge in einem anderen Licht zu sehen. Ein intaktes soziales Umfeld ist insbesondere in schwierigen Lebenssituationen wichtig, da es dir den nötigen Halt gibt und dich mental und vielleicht auch anderweitig unterstützen kann. Auf keinen Fall solltest du versuchen, Ängste und Sorgen durch einen ungesunden Lebensstil zu kompensieren, z. B. durch den übermässigen Konsum von Alkohol. Das ist kontraproduktiv, denn gerade in schwierigen Lebenslagen kommt es darauf an, einen klaren Kopf zu behalten, um gute Ideen zu finden, wie du deine Zukunft gestalten willst.

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