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Spielsucht: Symptome und Anzeichen, um eine Spielsucht zu erkennen

Spielsucht: Symptome und Anzeichen, um eine Spielsucht zu erkennen

Hast du schon einmal einen Lottoschein ausgefüllt und vom Millionengewinn geträumt? Die Vorstellung, dass ein paar Kreuze das ganze Leben verändern und die Sorgen ums Geld mit einem Schlag beenden, ist verlockend. Spielen macht Spass und Gewinnen macht glücklich. Das Gefühl erleben bereits Kinder bei Würfel- oder Kartenspielen und auch Erwachsene kämpfen bei Skat, Doppelkopf oder Schach um den Sieg. Im Unterschied zu diesen Spielen geht es beim Glücksspiel ausschliesslich um den Gewinn von Geld. Lotterien werben mit Millionenjackpots, Spielautomaten stehen in Cafés und Kneipen, Casinos laden zum Glücksspiel ein und schnell wird das Spielen zur Sucht.

Was versteht man unter Spielsucht?

Die Spielsucht wird unterteilt in die Glücksspielsucht und die Computerspielsucht. Glücksspielsucht bedeutet die Abhängigkeit von Spielen, mit denen sich Gewinne erzielen lassen. Zu den Glücksspielen mit Suchtgefahr zählen die Angebote in Casinos, Spielhallen und an Glücksspielautomaten sowie Sport- und Pferdewetten. Zu den suchtgefährdenden Glücksspielen gehören auch staatliche Lotterien wie Bingo und Lotto. Unkomplizierte Spielmöglichkeiten und die Anonymität im Internet erhöhen die Gefahr der Entstehung einer Sucht. Die Digitalisierung hat mit der Computerspielsucht ein neues Phänomen hervorgebracht. Besonders hoch ist das Suchtpotenzial von Rollenspielen wie World of Warcraft. Computerspielsüchtige verbringen ganze Tage am Computer. Sie verlieren das Gefühl für die Zeit, vernachlässigen ihren Job und soziale Kontakte bis zum Zusammenbruch. Spielsucht ist eine Krankheit. Ohne professionelle Hilfe gelingt die Rückkehr in ein normales Leben nur in wenigen Ausnahmefällen.

Was ist über die Entstehung der Spielsucht bekannt?

Spielsucht entwickelt sich über einen längeren Zeitraum von etwa drei Jahren. Nach Ansicht der Experten verläuft die Sucht in drei Phasen: dem Einstieg, dem Verlust und der Verzweiflung. Die Entstehung beginnt mit der Einstiegsphase, welche von positiven Gefühlen geprägt ist. Betroffene lieben den Nervenkitzel. Gewinne werden weniger dem Zufall als der eigenen Intelligenz zugeschrieben. In der Verlustphase wird das Glücksspiel regelmässiger. Es bestimmt mehr und mehr das Leben. Finanzielle Verluste erklären die Spieler mit Pechsträhnen oder schlechten Bedingungen. Die Einsätze steigen in der Hoffnung auf den ersehnten Gewinn. Die Verlustphase ist geprägt von einer Veränderung des Sozialverhaltens. Der Spieler schottet sich immer mehr ab. Alle seine Gedanken drehen sich um das Glücksspiel und den Traum vom Gewinn. Angehörigen fällt in dieser Zeit die Veränderung auf. Auf das Verhalten angesprochen, leugnen die Betroffenen und distanzieren sich immer mehr. Die dritte Phase, die Verzweiflungsphase, führt zu einem völligen Kontrollverlust. Der Spieler setzt alles, was er hat. Er muss spielen. Ein normales Leben ist in der Verzweiflungsphase nicht mehr möglich. Das Zerbrechen von Partnerschaften und Freundschaften, der Verlust des Arbeitsplatzes und der Wohnung sowie wachsende Schulden sind die Konsequenzen. Der Verlauf der Computerspielsucht ähnelt dem der Glücksspielsucht, auch wenn es nicht um Geldgewinne geht.

Welche Symptome treten auf, wenn Spielen zur Sucht wird?

Wenn die Spielsucht in der Phase der Verzweiflung ihren Höhepunkt erreicht, treten psychische Veränderungen auf. Typische Symptome sind:

  • Reizbarkeit
  • Angstzustände
  • Schlafstörungen
  • Depressionen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Schuldgefühle
  • Selbstmordgedanken

Die Suizidrate unter Spielsüchtigen ist gegenüber dem Durchschnitt deutlich erhöht. Computerspielsüchtige zeigen ähnliche Symptome.

Wie wird Glücksspielsucht diagnostiziert?

Die Diagnose erfolgt anhand verschiedener Fragen. Von einer Abhängigkeit gehen die Experten aus, wenn über einen Zeitraum von zwölf Monaten mindestens fünf der folgenden Merkmale zutreffen:

  1. Die Spieleinsätze werden kontinuierlich erhöht.
  2. Betroffene reagieren in Zeiten ohne Gelegenheit zum Spiel mit Reizbarkeit und Unruhe.
  3. Versuche, das Spielen einzuschränken, scheitern.
  4. Alle Gedanken drehen sich ums Spielen.
  5. Nur beim Spielen vergessen Betroffene ihre Probleme.
  6. Soziale Beziehungen kommen zum Erliegen.
  7. Betroffene sehen weiteres Spielen als einzigen Weg, um Schulden zu tilgen.
  8. Spielsüchtige vernachlässigen andere Hobbys.
  9. Auf Fragen zum Umfang des Spielens reagieren Betroffene mit Lügen.
  10. Auch wenn dem Betroffenen die Folgen des Glücksspiels bewusst werden, kann er nicht aufhören.

Wo gibt es Hilfe und Beratung?

Eine Vielzahl von Beratungsstellen und Institutionen stehen bereit, um Spielsüchtigen zu helfen. Die Adressen findest du im Telefonbuch oder online. Professionelle Berater informieren zu Behandlungsmöglichkeiten und helfen bei der Beantragung von ambulanten oder stationären Therapien. Viele Betroffene profitieren von der Unterstützung in Selbsthilfegruppen. Schuldner- und Rechtsberatungen helfen bei der Bewältigung finanzieller Probleme. Wir empfehlen Betroffenen, eine Vertrauensperson einzuweihen.

Wie erfolgt die Behandlung der Spielsucht?

Die Therapie umfasst drei Phasen. Zunächst erfolgt eine Beratung. Die Motivation des Spielsüchtigen und die Einsicht seiner Abhängigkeit sind entscheidend für den Therapieerfolg. In der zweiten Phase erfolgen die Entwöhnung und die Wiedereingliederung in ein normales Leben. Die Therapie kann ambulant oder stationär erfolgen. Die dritte Phase hat das Ziel, die Abstinenz durch langfristige medizinische und psychotherapeutische Angebote zu festigen. Selbsthilfegruppen geben Betroffenen zusätzlichen Halt.

Wann gelten Spielsüchtige als geheilt?

Ebenso wie Drogen- oder Alkoholabhängige bleiben Spielsüchtige ihr ganzes Leben lang süchtig. Nur die vollständige Abstinenz hilft. Nach erfolgter Therapie ist der Rückhalt der Angehörigen entscheidend. Die Betroffenen profitieren enorm von Selbsthilfegruppen. Die Mitglieder haben ähnliche Erfahrungen und viel Verständnis. Positive Beispiele helfen, den schwierigen Weg aus der Spielsucht zurück in einen normalen Alltag zu bewältigen.

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